smartrating – Bonitätsklassen für neue Ideen

Herkömmliche Ratingmethoden basieren hauptsächlich auf der Analyse historischer Daten, in der Regel auf den Bilanzen der letzten drei Geschäftsjahre. Neue Geschäftsmodelle und Innovationen können somit kaum angemessen auf ihre Bonität und Marktakzeptanz bewerten werden. Ein Unternehmen, das keine historischen Daten vorweisen kann, fällt fast automatisch in die schlechteste aller Bonitätsklassen „C“ – was Finanzpartner als hohe Risikoklasse einschätzten. Die Ablehnungsquote ist hoch, ebenso wie die Kapitalkosten. In Hinblick auf die vergangenen und zu erwartenden Regularien des Baseler Rahmenwerks bezüglich der Risiko- und Kapitalanforderungen für Banken, wird die Finanzierung entsprechender Risikoklassen zudem immer schwieriger.

Aus den genannten Gründen war es wichtig, ein Verfahren zu entwickeln, das die Bewertung des zukünftigen Erfolges von neuen Geschäftsmodellen junger Unternehmen ermöglicht. Das Rating-Verfahren smartrating® unterscheidet sich von klassischen vergangenheitsbezogenen Finanzratings durch eine qualitative und damit zukunftsorientierte Komponente, ergänzt von einem Standardvorgehen internationaler Ratingagenturen im finanzanalytischen Teil. Das System wurde bereits 2015 unter Leitung von Prof. Dr. Ottmar Schneck entwickelt und zuletzt 2019 mittels Validierungsstudie durch Prof. Dr. Volker Reichenberger in der Trennschärfe angepasst und optimiert. Das Verfahren basiert in seinem Rechenkern auf einem System, das seit 2002 in über 3.000 Installationen in Europa implementiert wurde und die wirtschaftliche Stabilität von Unternehmen dokumentiert.
 

Qualitative und quantitative Erfolgsfaktoren

Voraussetzung für die Teilnahme an dem smartrating ist die Eingabe relevanter Daten in die eAkte – denn auch Gründer und Berater wollen wissen, ob das Geschäftsmodell erfolgreich sein wird. Gemeinsam beantworten sie in einem umfangreichen Fragenkatalog die kritischen Bestimmungsfaktoren zum Geschäftskonzept. In diesen Themenkomplex fließen u.a. unabhängige Chancen und Risikofaktoren ein, Stärken- und Schwächen-Analysen wie beispielsweise eine Persönlichkeitsanalyse des Kreditnehmers. Über ein unabhängiges Gewichtungsverfahren werden die Werte verdichtet und münden in eine Teilnote.

Nach Abschluss der Analyse für die Teilsegmente der quantitativen und der qualitativen Bewertung werden die jeweils entwickelten Teilnoten aus beiden Segmenten zusammengeführt. Auch hier ist eine im System integrierte Gewichtung implementiert. Das Gewichtungsverhältnis richtet sich nach dem Ergebnis der quantitativen Bewertung.


Die aus dieser Gewichtung resultierende Gesamtnote beschreibt die wirtschaftliche Stabilität bzw. Bonität des Rating-Objekts.

Nur wenn die Ratingnote positiv ausfällt, wird auf Wunsch des Unternehmers eine Finanzierungsanfrage an die Plattform smartcredit gestellt. Auf Grundlage der Ratingnote sowie ergänzenden Kennzahlen und Unterlagen wird innerhalb weniger Tage ein Finanzierungsangebot erstellt.
 

Fazit

smartrating gibt Finanzierungspartnern die nötige Sicherheit, um neue Geschäftskonzepte zu finanzieren. Die Integration in das digitale Ökosystem, die Standardisierung und Automation im Datenaustausch reduzieren Entscheidungsprozesse der Finanzierungspartner auf wenige Tage.