Kleine KMUs fallen aus den Förderprogrammen

02.06.2020 - 17:30
Die Bundesregierung, Finanz- und Wirtschaftsministerium haben mit der KfW in Zeiten der Krise in beeindruckender Geschwindigkeit Finanzierungsangebote für Unternehmen auf den Weg gebracht. Voraussetzung: die Unternehmen müssen vor der Krise wirtschaftlich gesund gewesen sein. Im Fokus dieser Maßnahmen steht der deutsche Mittelstand, Motor der Wirtschaft und mit seinem Arbeitsplätzen Garant für sozialen Frieden. Werden die Maßnahmen ausreichen und wer wird wirklich gefördert? Wir haben die einzelnen Angebote aus der Perspektive kleiner und junger Unternehmen überprüft:


KfW-Schnellkredit

Dieser Schnellkredit befreit die (Haus-)Banken von jedem Haftungsrisiko. Eine Risikoprüfung seitens der Bank wird ausgesetzt. Allerdings müssen die Antragsteller mindestens 10 Mitarbeiter beschäftigen. Damit sind gut 3,1 Mio. kleine Unternehmen von dieser Förderung ausgeschlossen.


KfW-Kredit

Bei den klassischen KfW-Krediten übernimmt die Förderbank 80 bis 90 Prozent des Haftungsrisikos. Allerdings müssen die Darlehensnehmer mindestens fünf Jahre am Markt sein. Damit fallen junge Unternehmen, die erst vier Jahre am Markt sind, durch das Raster.


KfW-Gründerkredit

Beim ERP-Gründerkredit dürfen Unternehmen nicht älter als drei Jahre sein. Und auch wenn die KfW in diesem Fall bis zu 90 Prozent der Risikoübernahme garantiert, liegt die Ablehnungsrate der Banken bei über 80 Prozent. Der Aufwand ist bei dem geringen Kreditvolumen für Banken zu hoch bzw. die Marge zu niedrig.

Ein weiteres Hindernis bei geförderten Gründerkrediten liegt darin, dass diese im Wesentlichen für Sachinvestitionen eingesetzt werden sollen. Gründer und junge Unternehmen benötigen die Finanzierung heutzutage allerdings überwiegend für Personal, Software, Marketing und Software.


Steuerberater und Wirtschaftsexperten mahnen, dass die Finanzierungsversorgung des  jungen, kleinen Mittelstands erheblich gefährdet ist.