Digitaler Wandel betrifft auch Unternehmensberater

10.05.2019 - 09:45

Klassische Beratung reicht oft nicht mehr aus – Interview mit dem Unternehmensberater Oliver Briemle

Der Bedarf nach Beratung ist gerade im Zeitalter des digitalen Wandels enorm. Mehr denn je benötigen sowohl Gründerinnen und Gründer als auch Unternehmerinnen und Unternehmer jeder Unternehmensgröße Unterstützung. Oliver Briemle gilt mit seiner 34-jährigen Praxiserfahrung in den Bereichen Unternehmensberatung, Mentoring und Coaching als „alter Hase“ unter den Experten. Im Interview mit dem smartaxxess-Blog spricht er über die Änderungen, die mit der Digitalisierung auch im Beraterberuf Einzug halten und über die Zukunft des Consultingmarktes.

smartaxxess: Herr Briemle, Sie schauen mittlerweile auf über 30 Jahre praktische Erfahrung  in unterschiedlichen Führungs- und Projektaufgaben auf Beratungs- und Coaching-Tätigkeiten zurück. Was hat sich in den letzten Jahren geändert?

Oliver Briemle: Die Veränderungszyklen in den Unternehmen werden immer kürzer und damit die Veränderungen im Unternehmen immer umfangreicher. Haben wir vor einigen Jahren von der Digitalisierung 2.0 gesprochen, so sind wir bereits mitten in der Digitalisierung 4.0. Dadurch erhöht sich, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, der Veränderungsdruck in den Unternehmen.

smartaxxess: Die Digitalisierung verändert auch den Beruf der Unternehmensberater. Welches sind die gravierendsten Veränderungen?   

Oliver Briemle: Wie in vielen Dienstleistungsbereichen schreitet die Digitalisierung durch Cloud-basierte Software weiter. Dadurch fallen viele Tätigkeiten im Backoffice weg. Auf der anderen Seite werden, wie zum Beispiel für die Businessplan-Erstellung, öffentlich IT-Lösungen kostenlos angeboten und von Gründern genutzt. Damit verlieren manche Berater Aufträge.

smartaxxess: Welchen Stellenwert haben Ihrer Einschätzung nach Big Data, KI und automatisierte Prognosesoftware im Beratungsprozess?
    
Oliver Briemle: Sehen Sie, in jedem Unternehmen stehen die Menschen im Mittelpunkt. Und die sind bekanntlich sehr unterschiedlich. Es geht in der Beratung nicht nur um Zahlen, Daten oder Fakten, sondern darum, die individuellen Stärken des Einzelnen zu fördern. Dies kann zum Glück noch keine Software.

smartaxxess: Und inwieweit unterstützt smartaxxess Ihre Tätigkeit als Unternehmensberater?

Oliver Briemle: Der positive AHA-Effekt für KundenIn und BeraterIn bei der Nutzung von smartaxxess kommt jedenfalls nochmals am Ende vom digital unterstützten Beratungsprozess: Erzeugt wird ein Datensatz mit einem einmaligen Rating und damit der Türöffner für Fremdkapitalgeber und optimale Risikoabsicherung durch die Assekuranz. Gleichzeitig entsteht der Business-Plan als optimaler Leitfaden für die Zukunft.  

Hm, ich habe den Eindruck, dass am Anfang bei der Antwort was weggelassen wurde? Insgesamt scheint mir die Antwort etwas durcheinander. Hier ein Vorschlag:

Am Anfang stelle ich bei meinen Kundinnen und Kunden einen positiven AHA-Effekt fest, wenn sie sehen, wie umfassend, detailliert und gründlich die Fragestellungen zur Konzept- und Finanzplanung sind. Die IT-gestützte, hybride Beratung erlaubt ein neues Arbeiten à la New Work, was insbesondere junge Gründerinnen und Gründer schätzen.

Das nächste große positive AHA-Erlebnis entsteht dann am Ende der Beratung, wenn ein Datensatz mit einem Rating generiert wird. Das ist der Türöffner für Fremdkapitalgeber und bietet eine optimale Risikoabsicherung durch die Assekuranz.
Gleichzeitig entsteht durch das ausführliche Concept- und Business-Planning ein optimaler Leitfaden für die Zukunft.

smartaxxess: Welche Veränderungen werden nicht nur Berater, sondern alle Unternehmen in (naher) Zukunft Ihrer Meinung nach verstärkt beschäftigen?

Oliver Briemle: Spontan fallen mir hier drei unterschiedliche Bereiche ein: Digitalisierung, Nachhaltigkeit und New Work. Nach zehn Jahren positiver Konjunkturentwicklung werden sich einige Branchen auch mit rückläufiger Nachfrage oder Unternehmenskrisen beschäftigen müssen.

smartaxxess: Herr Briemle, sollte Ihrer Meinung nach Ihr Berufszweig eine Vorbildfunktion für die Digitalisierung einnehmen?

Oliver Briemle: Als Berater sollte man in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle einnehmen und mit eigener Praxiserfahrung den Firmen Unterstützung anbieten.

smartaxxess: In welche Richtung entwickelt sich Ihrer Einschätzung nach die Beraterbranche?

Oliver Briemle: Die Beraterbranche ist seit 30 Jahren kontinuierlich gewachsen. Spezialwissen wird auch künftig von Unternehmen zugekauft werden.

smartaxxess: Herzlichen Dank für das Gespräch und Ihre Einschätzung der Beraterzukunft Herr Briemle.


Über Oliver Briemle Unternehmensberatung: Mit dem Slogan „...wir schaffen Liquidität“ berate und coache ich seit 2006 über dreihundert Existenzgründer, Wachstumsunternehmen und Unternehmen im Turnaround oder Restrukturierung in Bayern und ganz Deutschland.